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Handyzeit bei Kindern begrenzen: Was wirklich hilft

Paul Kasten, Mitgründer von TaskBlue · Aktualisiert am · 5 Min. Lesezeit

Am besten begrenzt du die Handyzeit mit wenigen festen Regeln, die nicht jeden Tag neu verhandelt werden: feste Zeiten ohne ablenkende Apps, etwa bei den Hausaufgaben, beim Essen und vor dem Schlafen, und dazu ein Richtwert für die freie Zeit am Bildschirm. Die medizinische Leitlinie für Eltern empfiehlt für 9- bis 12-Jährige höchstens 45 bis 60 Minuten Freizeit am Bildschirm pro Tag, für 12- bis 16-Jährige höchstens zwei Stunden.

Richtwerte nach Alter

Die Medienleitlinie für Eltern fasst eine medizinische Leitlinie zusammen, die bei der AWMF erschienen ist, dem Dachverband der medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie nennt für die Freizeit am Bildschirm diese Höchstwerte:

  • Bis 3 Jahre: kein Bildschirm.
  • 3 bis 6 Jahre: höchstens 30 Minuten, an einzelnen Tagen und mit einem Erwachsenen.
  • 6 bis 9 Jahre: höchstens 30 bis 45 Minuten, an einzelnen Tagen und mit einem Erwachsenen.
  • 9 bis 12 Jahre: höchstens 45 bis 60 Minuten.
  • 12 bis 16 Jahre: höchstens 2 Stunden. Als Orientierung gilt das auch für 16- bis 18-Jährige.

Und wie sieht es in Wirklichkeit aus?

Deutlich anders. Laut JIM-Studie 2025 zeigt die Bildschirmzeit-Funktion bei Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren im Schnitt 231 Minuten am Smartphone pro Tag, also knapp vier Stunden. Schon die 12- bis 13-Jährigen kommen auf 166 Minuten. Wenn es bei euch nicht auf Anhieb klappt, seid ihr also in guter Gesellschaft.

Feste Zeiten statt Minutenzählen

Ein Tageslimit führt schnell zu Verhandlungen: Zählt das Video für die Schule mit? Und die Nachricht an die Oma? Feste Zeiten sind leichter. In der Hausaufgabenzeit, beim Abendessen und ab einer bestimmten Uhrzeit am Abend sind Spiele und Social Media einfach nicht da. Den Rest des Tages darf dein Kind selbst einteilen.

Genau so arbeitet TaskBlue: Du legst einen Wochenplan oder einen Ort wie die Schule fest, und in dieser Zeit verschwinden die ausgewählten Apps vom Homescreen. Danach sind sie von selbst wieder da.

Technik hilft, ersetzt aber kein Gespräch

Apples Bildschirmzeit, Family Link oder TaskBlue nehmen dir das tägliche Erinnern ab. Die Regeln selbst sollten trotzdem gemeinsam entstehen. Ein schriftlicher Mediennutzungsvertrag ist dafür ein guter Anfang.

In vier Schritten zu klaren Handyzeiten

  1. 1

    Den Alltag anschauen

    Schreibt auf, wann das Handy am meisten stört: bei den Hausaufgaben, beim Essen, abends im Bett.

  2. 2

    Feste Zeiten festlegen

    Legt für diese Momente feste Zeiten ohne ablenkende Apps fest, am besten jeden Tag gleich.

  3. 3

    Den Richtwert besprechen

    Sprecht über den Richtwert für die freie Zeit am Bildschirm und darüber, was frei bleibt, etwa Anrufe und Nachrichten.

  4. 4

    Die Technik einstellen

    Stell die festen Zeiten einmal im iPhone ein, mit Bildschirmzeit oder TaskBlue. Dann müsst ihr nicht jeden Tag darüber reden.

Häufige Fragen

Zählen Hausaufgaben am Tablet zur Bildschirmzeit?

Die Richtwerte der Leitlinie gelten für die Freizeit am Bildschirm. Was für die Schule nötig ist, kommt dazu. Achte nur darauf, dass aus den Hausaufgaben nicht unbemerkt Videos oder Spiele werden.

Was ist besser: Tageslimit oder feste Zeiten?

Beides kann funktionieren. Feste Zeiten führen meist zu weniger Diskussionen, weil sie für alle gleich klar sind und nicht ständig nachgezählt werden müssen.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.

  1. Medienleitlinie für Eltern (S2k-Leitlinie Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend, 027-075), AWMF, 2023
  2. JIM-Studie 2025: Jugend, Information, Medien, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, 2025

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