Erstes Handy fürs Kind: Was du vorher beachten solltest
Paul Kasten, Gründer von TaskBlue · Aktualisiert am · 8 Min. Lesezeit
Vor dem Auspacken klärst du am besten, ob dein Kind eine Prepaid-Karte oder einen Vertrag bekommt, und beantragst in beiden Fällen die Drittanbietersperre, die der Mobilfunkanbieter laut Gesetz kostenlos einrichten muss. Am iPhone legst du in der Familienfreigabe einen Kinderaccount an, den Apple in Deutschland für Kinder unter 16 vorsieht, und stellst Bildschirmzeit und „Kaufanfrage“ ein. Die Regeln für Zeiten, Apps, Fotos und den Klassenchat legt ihr gemeinsam fest, bevor das Handy zum ersten Mal läuft. WhatsApp dürfen Kinder laut den Nutzungsbedingungen erst ab 13 selbstständig nutzen.
Vorher klären: Wofür braucht dein Kind das Handy?
Ob ein Kind für ein eigenes Smartphone bereit ist, hängt laut klicksafe vor allem von seinen Erfahrungen und seinem Entwicklungsstand ab. Die EU-Initiative hat dafür die Checkliste „Ist mein Kind fit für ein eigenes Smartphone?“: Je mehr Punkte du abhaken kannst, desto eher ist dein Kind so weit, und was offen bleibt, besprecht ihr vorher. klicksafe rät außerdem, den Umgang vorher gemeinsam an einem Familien-Smartphone oder an deinem eigenen zu üben.
Hilfreich ist eine ehrliche Antwort darauf, wofür das Handy da ist. Geht es um Anrufe auf dem Schulweg, kann ein Handy ohne Internet reichen. Geht es um den Klassenchat, braucht dein Kind ein Smartphone und ihr braucht Regeln dafür. Welches Alter die medizinische Leitlinie empfiehlt und wie viele Kinder in welchem Alter schon ein Smartphone haben, steht im Ratgeber Ab wann ein eigenes Smartphone?.
Prepaid oder Vertrag?
Bei Prepaid zahlst du im Voraus und lädst Guthaben auf. Laut Verbraucherzentrale können so keine überhöhten Rechnungen entstehen, im schlimmsten Fall ist das Guthaben weg, und Kostenfallen lassen sich oft leichter vermeiden. Der Nachteil: Wird das Guthaben lange nicht aufgeladen, kann die SIM-Karte gesperrt werden. Beim Laufzeitvertrag zahlst du erst im Nachhinein. Läuft er auf deinen Namen, kommt jede Rechnung zu dir.
Egal, wofür ihr euch entscheidet: Sprecht vorher ab, wie viel Guthaben oder Datenvolumen im Monat drin ist und wer zahlt, wenn die Rechnung höher ausfällt als vereinbart. Genau diese Frage nennt klicksafe in seinen Tipps für Eltern.
Die Drittanbietersperre gleich mit beantragen
Über die Handyrechnung lassen sich auch Leistungen anderer Firmen abrechnen, zum Beispiel ungewollte Abos. Nach § 61 des Telekommunikationsgesetzes kannst du verlangen, dass dein Mobilfunkanbieter diesen Bezahlweg unentgeltlich sperrt. Die Verbraucherzentrale nennt das Drittanbietersperre. Sie schützt Prepaid- und Vertragskunden gleichermaßen und lässt sich per Brief, per E-Mail und oft auch im Kundenportal oder in der App des Anbieters beantragen, auch nachträglich. Oft kannst du Bereiche wie „Abo“ einzeln sperren.
Die Sperre betrifft nur, was über die Handyrechnung läuft. Andere Bezahlwege wie Kreditkarte, Rechnung oder Lastschrift bleiben laut Verbraucherzentrale offen. Für Käufe im App Store brauchst du deshalb zusätzlich die „Kaufanfrage“ am iPhone.
Am iPhone: ein Kinderaccount in der Familienfreigabe
Laut Apple legst du den Account für dein Kind auf deinem iPhone unter Einstellungen > Familie > Mitglied hinzufügen > Kinderaccount erstellen an. In Deutschland sieht Apple den Kinderaccount für Kinder unter 16 vor, in den meisten anderen Ländern für Kinder unter 13. Mit dem Kinderaccount verwaltest du die Bildschirmzeit deines Kindes von deinem eigenen iPhone aus.
Ab iOS 27 sind bei Kinderaccounts laut Apple einige Schutzfunktionen von Anfang an eingeschaltet: Kinder unter 13 müssen neue Websites erst bei dir anfragen, für Kinder unter 18 sind Websites für Erwachsene begrenzt, und die Kommunikationssicherheit macht erkannte Nacktheit in geteilten Fotos und Videos unscharf. Die Altersgrenzen können je nach Land abweichen. Nach dem Anlegen wählst du aus, welche Apps dein Kind auf dem Gerät nutzen kann. Apple schlägt vor, mit wenigen wichtigen Apps anzufangen und weitere nach und nach über die „Kaufanfrage“ zu erlauben.
Dein altes iPhone weitergeben?
Soll dein Kind dein altes iPhone bekommen, prüf vorher unter Einstellungen > Allgemein > Softwareupdate, ob es noch iOS 27 bekommt. Die überarbeitete Kindersicherung von iOS 27 setzt laut Apple voraus, dass jedes Gerät, das ein Elternteil oder ein Kind der Familiengruppe in den letzten 90 Tagen genutzt hat, auf Version 27 läuft. Geräte, die sich nicht aktualisieren lassen, nutzen weiter die Einstellungen von iOS 26 oder älter. Setz das iPhone vor der Übergabe zurück und richte es mit dem Kinderaccount neu ein.
Käufe und Kontakte einstellen
Mit der „Kaufanfrage“ muss dein Kind Käufe und Downloads im App Store bei dir anfragen, und du bestätigst sie auf deinem Gerät oder lehnst sie ab. In den USA ist die Funktion laut Apple für Kinder unter 13 standardmäßig an, in anderen Ländern können die Altersgrenzen abweichen. Schau also nach, ob sie eingeschaltet ist. Auch die Verbraucherzentrale rät, Käufe im App Store nur mit zusätzlicher Passwortabfrage zu erlauben.
In der Bildschirmzeit legst du außerdem fest, mit wem dein Kind telefonieren, FaceTime nutzen und Nachrichten schreiben kann, immer oder nur zu bestimmten Zeiten. Laut Apple gelten diese Grenzen für die Kontakte, die in iCloud gespeichert sind. Legt deshalb gemeinsam die wichtigen Nummern an, bevor das Handy in die Schule geht.
WhatsApp und der Klassenchat
Kommt der Wunsch nach dem Handy vom Klassenchat, gehört WhatsApp zur ersten Entscheidung. Laut den Nutzungsbedingungen von WhatsApp für Europa muss man mindestens 13 Jahre alt sein, um den Dienst selbstständig zu nutzen, in einzelnen Ländern kann das Mindestalter höher sein. Ist dein Kind jünger, sprich mit den anderen Eltern der Klasse, wie die Kinder sich sonst absprechen.
Für den Chat selbst empfiehlt klicksafe eine feste Absprache: Fotos und Filme von anderen veröffentlicht dein Kind nur, wenn die Abgebildeten zugestimmt haben. Mach außerdem klar, dass dein Kind zu dir kommen kann, wenn ihm im Chat etwas komisch vorkommt, ohne dass es dafür Ärger gibt.
Regeln, bevor das Handy zum ersten Mal läuft
Legt die Regeln fest, bevor das Handy ausgepackt wird. klicksafe rät, sie gemeinsam mit deinem Kind zu erarbeiten und nicht nur vorzugeben, dann fühlt es sich ernst genommen. Diese Fragen aus den Tipps von klicksafe helfen beim Start:
- Zu welchen Zeiten ist das Handy zu Hause aus, zum Beispiel beim gemeinsamen Essen?
- Fragt dein Kind dich, bevor es eine App installiert?
- Was passiert nachts? Für ältere Kinder schlägt klicksafe vor, das Handy ab einer bestimmten Uhrzeit mindestens in den Flugmodus zu schalten.
- Wer zahlt, wenn die Rechnung höher ist als vereinbart?
Aufschreiben und dranbleiben
Schreibt das Ergebnis auf, zum Beispiel in einem Mediennutzungsvertrag, den ihr nach ein paar Wochen gemeinsam anpasst. Wie viel freie Zeit am Bildschirm Fachleute je nach Alter empfehlen, steht unter Handyzeit bei Kindern begrenzen. klicksafe rät ausdrücklich, nicht heimlich auf das Handy deines Kindes zu schauen. Sag lieber offen, welche Einstellungen du gesetzt hast und warum.
Wo TaskBlue dazukommt
Für die meisten Punkte auf dieser Liste brauchst du keine zusätzliche App. TaskBlue kommt dazu, wenn ablenkende Apps zu festen Zeiten weg sein sollen, zum Beispiel in der Schule, bei den Hausaufgaben oder abends. TaskBlue sperrt die Apps nicht bloß, es macht sie unsichtbar: Im Fokus verschwinden sie ganz vom Homescreen, nach Zeitplan oder an Orten wie der Schule, und danach sind sie wieder da. Anrufe, Nachrichten an dich und Karten bleiben nutzbar.
Der BlueTag ist ein kleiner Schlüsselanhänger, der bei TaskBlue dabei ist und bei den Eltern bleibt. Ein Scan mit dem BlueTag holt die Apps früher zurück. TaskBlue braucht keine Eltern-App, und du siehst weder Standort noch Nachrichten deines Kindes. TaskBlue gibt es nur fürs iPhone, bei einem Android-Handy gelten die übrigen Punkte dieses Ratgebers trotzdem.
Das erste Handy in fünf Schritten vorbereiten
- 1
Bereitschaft klären
Geht die Checkliste von klicksafe zusammen durch und klärt, wofür dein Kind das Handy braucht.
- 2
SIM-Karte wählen und Drittanbietersperre beantragen
Entscheidet euch für Prepaid oder Vertrag und beantrag beim Anbieter gleich die kostenlose Drittanbietersperre.
- 3
Kinderaccount anlegen
Tippe auf deinem iPhone auf Einstellungen > Familie > Mitglied hinzufügen > Kinderaccount erstellen. Prüf bei einem gebrauchten iPhone vorher, ob es iOS 27 bekommt.
- 4
Bildschirmzeit einstellen
Wähl die ersten Apps aus, prüf die „Kaufanfrage“ und leg fest, mit wem dein Kind schreiben und telefonieren kann.
- 5
Regeln aufschreiben
Haltet Zeiten, Apps, Fotos, den Klassenchat und die Nacht in einem Mediennutzungsvertrag fest.
Häufige Fragen
Prepaid oder Vertrag: Was ist fürs erste Handy besser?
Mit Prepaid können laut Verbraucherzentrale keine überhöhten Rechnungen entstehen, im schlimmsten Fall ist das Guthaben weg. Beim Vertrag kommt die Rechnung im Nachhinein. In beiden Fällen gehört die Drittanbietersperre dazu.
Ab wann darf mein Kind WhatsApp nutzen?
Laut den Nutzungsbedingungen von WhatsApp für Europa ab 13 Jahren, wenn es WhatsApp selbstständig nutzt. In einzelnen Ländern kann das Mindestalter höher sein.
Kann mein Kind mein altes iPhone bekommen?
Ja, wenn es noch iOS 27 bekommt. Die neue Kindersicherung von iOS 27 braucht laut Apple die Version 27 auf jedem Gerät, das Eltern und Kinder der Familiengruppe in den letzten 90 Tagen genutzt haben. Setz das iPhone vorher zurück und richte es mit dem Kinderaccount neu ein.
Sollte ich das Handy meines Kindes kontrollieren?
klicksafe rät davon ab, heimlich auf das Handy deines Kindes zu schauen. Besser ist, offen zu sagen, welche Einstellungen du setzt und warum. Mit TaskBlue siehst du weder Standort noch Nachrichten deines Kindes.
Was gilt, wenn mein Kind ein Android-Handy bekommt?
Prepaid oder Vertrag, Drittanbietersperre, das WhatsApp-Alter und die Regeln gelten genauso. Statt Familienfreigabe und Bildschirmzeit nutzt du Google Family Link. TaskBlue gibt es nur fürs iPhone.
Quellen
Stand: November 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
- Ist mein Kind fit für ein eigenes Smartphone? (Checkliste), klicksafe, 2024
- Tipps für die Smartphonenutzung von Kindern und Jugendlichen, klicksafe, 2026
- Handy-Tarife: Prepaid oder Laufzeitvertrag?, Verbraucherzentrale, 2025
- Drittanbietersperre: Schutz vor ungewollten Abos, Verbraucherzentrale, 2026
- Kostenfallen bei Smartphones vermeiden: Darauf sollten Sie achten, Verbraucherzentrale, 2026
- Telekommunikationsgesetz, § 61 Selektive Sperre zum Schutz vor Kosten, Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet, 2021
- Einen Apple Account für dein Kind erstellen, Apple Support, 2026
- Regionsspezifische Regeln für die Verwaltung eines Apple Accounts, Apple Support, 2026
- What's new with parental controls in Screen Time and Family Sharing, Apple Support, Apple Devices for Kids and Families, 2026
- Update your family devices to iOS 27, iPadOS 27, macOS 27, watchOS 27, and visionOS 27, Apple Support, Apple Devices for Kids and Families, 2026
- Approve your child's purchases, downloads and requests, Apple Support, Apple Devices for Kids and Families, 2026
- Block or allow access to apps and websites, Apple Support, Apple Devices for Kids and Families, 2026
- Choose who your child can communicate with on their device, Apple Support, Apple Devices for Kids and Families, 2026
- Nutzungsbedingungen von WhatsApp (EWR), WhatsApp, 2026
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